Der längste Strand: 24 Kilometer feiner Sand zwischen Matalascañas und Mazagón
Zwischen Matalascañas und dem Nachbarort Mazagón verläuft über gute 24.000 Meter ein durchgehender Strand – vierundzwanzig Kilometer Sandstrand! Das schreit doch förmlich nach einer Vermarktung à la Benidorm oder Torremolinos. Aber genau das ist nicht einmal im Ansatz geschehen. Als man in den 60er und 70er-Jahren die Mittelmeerküste zubetonierte, verschwendete niemand auch nur einen Gedanken an die Atlantikküste. Das kann auch nicht weiter verwundern, wenn man sich vergegenwärtigt, dass diese ganze Gegend bis 1969 die reinste Wildnis war.
Erst in jenem Jahr baute man die C-442, die Küstenstraße von Mazagón nach Matalascañas! Zuvor lag die Region im touristischen Abseits. Aber allzu viel tat sich später auch nicht. Nur in Matalascañas wurde kräftig geklotzt. Entlang der Straße nach Mazagón wurde hingegen nichts gebaut. Noch immer wachsen hier Pinien und Eukalyptus und sonst nichts. 1989 stellte die andalusische Regionalregierung die Zone kurzerhand unter Naturschutz. Der ganze Pinienwald bis hinunter zu den sagenhaften, aber immer noch unentdeckten Stränden wurde zum Parque Natural Entorno de Doñana erklärt.
Nicht nur die Begrifflichkeit ist ähnlich (hier: Parque Natural, dort Parque Nacional), auch die Ausmaße sind vergleichbar: Der Naturpark erstreckt sich über eine Fläche von 53.970 ha. Das Schutzgebiet schließt direkt an den Nationalpark an. Heute sieht die Situation so aus, dass es entlang der Straße nur drei markante Punkte gibt: einen Parkplatz mit Zugangsmöglichkeit zum Strand, einen Campingplatz und einen Parador Nacional. Der Parkplatz liegt, von Matalascañas kommend, im oberen Drittel. Es ist ein beliebter Picknickplatz, von dem ein Weg zum Strand führt. Dieser Weg ist mit Holzbohlen ausgelegt und trägt den Namen Pasarela Cuesta de Maneli. Am Strand findet man natürlich keinerlei Serviceeinrichtungen, dafür aber einige sagenhafte Dünen. Der Spaziergang dorthin dauert etwa 30-40 Minuten. Der Strand wechselt auf seinen 24 Kilometern mehrfach den Namen. Aber es ist wohl nirgendwo so egal wie hier, ob und wie oft er umbenannt wird. Man sollte hier nicht kleinlich sein.

Costa de la Luz