Die Kunst der Inuit
Inuit bedeutet »Menschen« – so bezeichnen sich die Ureinwohner des hohen
Nordens selbst. Sie bewohnen die Breiten nördlich der Baumgrenze, ein Gebiet
mit harschen, unwirtlichen Lebensbedingungen.
Bereits die Vorfahren der Inuit, die Dorset-Eskimo, haben vor 2000 Jahren aus
Walrossknochen und Holz Skulpturen geschaffen, die Tiere, menschliche Gestalten
und Masken darstellen und wohl religiöse oder magische Bedeutung
besaßen. Später wurden ebenfalls Knochen und Steine bearbeitet. Außer
Werkzeugen und Waffen entstanden viele figürliche Skulpturen, die als
Tauschobjekte bei Europäern begehrt waren.
Die Kunst der Inuit hat eine Vielzahl regionaler Stile und individueller Ausdrucksformen
ausgebildet. Die Materialien und Arbeitsweisen sind vielfältig,
ebenso wie die Art der Darstellung von realistischen Formen über elegante Stilisierung
bis zur reduzierenden Abstraktion. Wiederkehrende Motive liefert die
arktische Tierwelt. Neben Vögeln, Robben, Bären und Fischen spielen aber
auch menschliche Figuren eine Rolle, oft in Jagd- oder Alltagsszenen. Darüber
hinaus gibt es sogenannten »Transformationen«: Gestalten, die den Übergang
von Mensch, Tier und Geist ausdrücken.
Das Kunsthandwerk der Inuit trägt heute einerseits dazu bei, alte Traditionen
zu bewahren, und sichert andererseits einen Teil des Lebensunterhaltes.
