Uralte Erdschichten am Morsumkliff
Ein farbiges Naturschutzgebiet auf Sylt
Die Einzigartigkeit des Morsumkliffs liegt darin, dass mehrere bis zu 10 Mio. Jahre alte Erdschichten sichtbar nebeneinander liegen.
Das Morsumkliff gehört mit dem Listland zu den ältesten Naturschutzgebieten in Schleswig-Holstein, das Kliff wurde bereits 1923 unter Naturschutz gestellt. Es konnte damals gerade noch verhindert werden, dass die 10 Mio. Jahre alten Erdschichten abgetragen und für den Bau des Hindenburgdammes verwendet wurden. So leichtfertig gingen die technischen Planer schon damals mit der Natur um.
Heute steht ein 43 ha großes Gebiet unter Schutz. Nur auf zwei Wegen dürfen Besucher hier durchwandern. Selbst Fahrräder müssen an einem Parkplatz in Höhe des Restaurants abgestellt werden, Autos natürlich sowieso. Dort befindet sich auch eine Hinweistafel, auf deren Rückseite die Entstehungsgeschichte des Morsumkliffs anschaulich erklärt wird.
Auf einem Weg aus Holzbohlen wird der Besucher durch eine Heidelandschaft zur Kliffkante geführt. Nach links zweigt ein Weg über 100 m ab zu einem Aussichtspunkt. Dort gibt eine Info-Tafel noch einmal vertiefende Einblicke, erklärt auch die unterschiedlichen Farbtöne der Erdschichten, die deutlich an der 21 m hohen Abbruchkante zu erkennen sind: die untere, dunkelgraue Glimmertonschicht (6–10 Mio. Jahre), die mittlere, rote Limonitsandsteinschicht (4–6 Mio. Jahre) und die hellere Schicht ganz oben, Kaolinsand (2–3 Mio. Jahre). Etwa vor 500.000 Jahren verschob ein Gletscher die Erdschichten, die bis dahin übereinander gelegen hatten. Durch die Verschiebung brachen die einzelnen Schichten ein und lagen nun im 33°-Winkel nebeneinander frei sichtbar.
Zwei Wege führen zum Kliff, einer misst 1,2 km, der andere 2,8 km. Wer dem Rundweg vom Parkplatz in Richtung Bahnschienen folgt, passiert nach einiger Zeit Hünengräber rund um den Markmannshoog.
Führungen: Mo, Mi und Fr jeweils 11 Uhr. Treff am Parkplatz, Infos unter Tel. 4 44 21.
Dies ist ein Auszug aus dem Buch:
Sylt
Komplett in Farbe, 90 Fotos, 17 detaillierte Karten, Register, Griffmarken, 288 Seiten weitere Informationen ->
5. Auflage 2008
10.50 Euro
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