reisebuch

Fischbrötchen auf Sylt

Gosch auf Sylt
Gosch auf Sylt

GOSCH, der Fischhöker von List

Es gibt sie noch, jedenfalls manchmal, die Tellerwäscher-Millionär-Karrieren. Nicht nur in Amerika, auch in List auf Sylt ist so etwas möglich. Jürgen Gosch hat’s geschafft. Ende der 1960er Jahre kannte ihn niemand, heute ist es unmöglich, ihm auf Sylt zu entgehen. Wie kam das? Jönne Gosch kam als junger Handwerker nach Sylt und hatte eines Tages die zündende Idee, Fisch zu verkaufen. Und zwar an die Urlauber. Damals wurden Hummer und Scampis nur in edlen Restaurants angeboten, Jönne machte es anders. Er kaufte den Fischern am Lister Hafen Krabben und Aale ab und verscherbelte sie an Touristen, die am Strand lagen.

Ein paar Jahre lang zog er so über die Strände, bot Aal und Hering mit kernigen Sprüchen an. Dann erwarb er am Lister Hafen einen kleinen Kiosk, und von da an war Gosch nicht mehr aufzuhalten.

Er verkaufte zwar nicht als einziger Fischbrötchen dort oben, aber er war der lauteste und lustigste. Das sprach sich herum, die Kunden kamen immer zahlreicher. Fast zwangsläufig musste angebaut werden, die nördlichste Fischbude Deutschlands platzte aus allen Nähten. Dann kam irgendwann die urige Bootshalle dazu, Dependencen in Westerlands Friedrichstraße und in Wenningstedt am Kliff, schließlich sogar in Hamburg und Stuttgart.
Überall dort werden Scampis, Krabbenbrötchen und Fischsuppe verkauft. Einmal zu "Gosch", das ist für Sylt-Urlauber heute Pflicht. Warum genau, kann niemand sagen. Die Stimmung, das Ambiente und natürlich Entertainer Gosch selbst, der manchmal abends wie ein Seemann seinen Song schmettert: "Ein Matjes passt in jedes Portemonnaie."

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Dies ist ein Auszug aus dem Buch:

Sylt

Sylt

Komplett in Farbe, 90 Fotos, 17 detaillierte Karten, Register, Griffmarken, 288 Seiten weitere Informationen ->

5. Auflage 2008
10.50 Euro