Die Sache mit dem Öl-GAU
Wehe, wenn es in diesem empfindlichen Flachmeer einmal zu einer Supertankerkatastrophe kommen sollte! Dieses aus den Medien leider wohlbekannte Szenario wird an der Wattenmeerküste immer wieder mit allen gruseligen Konsequenzen ausgemalt. Was, wenn...!
Doch es bedarf gar keines solchen Desasters, um die Nordsee auch so alljährlich mit einer Großtankerladung Öl zu überziehen. Nicht spektakulär ”im Stück” und wabernden Schmierteppichen, sondern so ganz ”sutje”, um ein Küstenwort zu benutzen. Die entsprechenden Schätzungen jährlicher Gesamteintragungen aus verschiedenen Quellen liegen bei mehreren zehntausend Tonnen! Allein rund 20.000 davon kommen aus der Atmosphäre: unvollständig verbrannte Treibstoffreste von Maschinen aller Art mit Einschluß von Kraftfahrzeugen. Die Schifffahrt ist zu 1020% mit sich summierenden ”Kleineinträgen” beteiligt, auffällig schon durch eine deutlich lebhafter sprudelnde Quelle im Winter, wenn Dunkelheit und schlechte Sicht ein Beobachten der illegalen Schweinereien erschweren.
Ein Löwenanteil entstammt Landabflüssen, ein kleinerer Prozentsatz dem Offshore-Bohrgewerbe, bei dem das eine oder andere Tönnchen immer mal wieder danebenkleckert.
So ungeheuerlich diese Quantitäten klingen mögen - sie sind gottlob (?) überwiegend dünn verteilt oder auch im Wasser gebunden und richten dort keinen unmittelbaren, augenfälligen Schaden an. Dazu reichen viel kleinere Mengen. Als 1987 ein Schiff vor einem Gebiet hoher Vogeldichte im holländischen Wattenmeer eine Tonne Öl abließ, starben über zehntausend Vögel. Doch auch in feiner Verteilung tötet das Öl nach Schätzung von Fachleuten an die 100.000 Vögel pro Jahr.
Dies ist ein Auszug aus dem Buch:
Ostfriesische Inseln
mit Helgoland 17 Inselkarten u. Ortspläne, ca. 90 Fotos, Griffmarken, Register, 288 Seiten weitere Informationen ->
3. Auflage 2000
10.50 Euro
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