Das Ostfriesische Teezeremoniell und Tee-Knigge
Wer umrührt, ist ein tumber Barbar
Von "Köm” kann man auch mit Gewinn auf ein zahmeres Getränk umsteigen, das wirklich wärmt. Es ist Tee, mit dem ein Großteil der Küstenbewohner ein aufwendigeres Zeremoniell veranstaltet als die Japaner. Auf den Nordseeinseln wird man sich überall, wo es noch halbwegs traditionell zugeht (oder wo man einen Touristenkult daraus macht), diesem Zeremoniell kaum entziehen können.
Der Tee muss "der richtige” sein, nur die besten Sorten. Dasselbe gilt für das Wasser. Chloriertes Leitungswasser ist unter Kennern out. Mit dem Stövje, einer Art MiniSamowar, werden die richtigen Brauverhältnisse gewährleistet. Dunkelgoldgelb muss der Tee ins "Koppke” rinnen.
Knisternder Kandiszucker - kein anderer - wird zugesetzt und dann die dicke Teesahne, die eine blumige Wolke im Goldbraunen aufblühen lässt. Die Sahne nicht umrühren! Das tun nur unverbesserliche Barbaren aus dem Binnenland!
An Tee ist allerdings auch ein (kleiner) Haken. Er enthält viel Gerbstoff (Tannin), weitaus mehr als Kaffee, der die sogenannte EisenBioverfügbarkeit negativ beeinflusst. Gerade das Küstenprodukt Fisch ist sehr reich an biologisch hochwertigem Eisen, das bei Einnahme von viel Tee nicht voll genutzt wird. Andererseits wirken die Tannine besänftigend auf Magen und Darm, sind im Verbund mit Fluor gegen Karies wirksam und bauen über B-Vitamine Stresslasten ab. Das Mittelmaß ist hier, wie so oft, die beste Empfehlung.
Dies ist ein Auszug aus dem Buch:
Ostfriesische Inseln
mit Helgoland 17 Inselkarten u. Ortspläne, ca. 90 Fotos, Griffmarken, Register, 288 Seiten weitere Informationen ->
3. Auflage 2000
10.50 Euro
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