Das eigentümliche Altarbild in der evangelischen Kirche
Das Altarbild der evangelischen Kirche auf Langeoog hat seit seiner Anbringung im Dezember 1990 für einige Aufregung gesorgt, und zwar sowohl im positiven als auch negativen Sinn. An ihm scheiden sich offenbar die Geister. Manche Betrachter finden das Bild „sehr schön“, „interessant“ oder „zeitgemäß“, andere verabscheuen es, beschreiben es als „kalt“, „trostlos“, „tot“.
Einen Kompromiss scheint es nicht zu geben. Was auch immer: Auf jeden Fall besitzt Langeoog mit dem Bild eine Sehenswürdigkeit, an der man nicht vorbeigehen sollte, und der Kirche trägt es neue Besucher zu.
Eine gewisse Trostlosigkeit geht in der Tat von dem graugrünen Werk aus, dessen Zentrum ein vergammelter Äppelkahn im gestrandeten Zustand bildet. Passagiere stehen herum, die wohl etwas mit dem Wrack zu tun haben, womöglich darauf warten, dass es wieder flott kommt. Was vergebliche Liebesmüh sein dürfte, hoch und trocken wie die alte Arche liegt. Dass sich an Deck niemand zeigt, wirkt auch nicht sehr ermutigend. Im großen und ganzen erweckt die Strandungsszene den Eindruck, einem irgendwo in der Dritten Welt entstandenen Foto nachempfunden zu sein.
Im Vordergrund erkennt man eine Tafel (allerdings ohne Personen), die entfernt an das Abendmahl gemahnt. Was hat sich der Künstler, Hermann Buß aus Norden, bei der Fertigung dieses Bildes wohl gedacht? Man wird sich selbst einen Reim darauf machen müssen. Oder den Inselpastor fragen, der ganz bestimmt eine Erklärung parat haben dürfte...
Sehenswert in der Kirche ist auch das Modell des Seglers „Bethel“ über dem Lesepult.
Dies ist ein Auszug aus dem Buch:
Langeoog
70 Fotos, 8 detaillierte Karten, 15 interessante Exkurse, Register, Griffmarken, 192 Seiten weitere Informationen ->
3. Auflage 2006
10.50 Euro
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