Berlins Kneipenszene in der Spandauer Vorstadt

- flickr.de: Spandauer Vorstadt
Die höchste Kneipen-, Bar- und Clubdichte Berlins n der Spandauer Vorstadt.
Anders als zahlreiche andere Quartiere blieb die Spandauer Vorstadt von den Bomben im Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont, zählte aber bis zum Ende der DDR zu den vernachlässigten Innenstadtvierteln.
Nach der Wiedervereinigung konnte es – kriegszerschossen und über Jahrzehnte dem Verfall preisgegeben – dank der Billig- oder gar Nichtmieten kurzzeitig zum "Wilden Osten" aufblühen, wo in ehemaligen Einkaufsläden, Kaufhauskellern und Kriegsbunkern eine schillernde, kreative Kunst-Klub-Kultur-Kommune sehr viel kiffte, rauschende Feste feierte und gelegentlich ein paar Kupferrohre zu einem Kunstwerk zusammenschweißte. Auch das gibt es heute nicht mehr.
Der Trash ist inzwischen einer kunterbunten Szene aus sachlich-kühlen Lokalen gewichen, in denen sich eine Gesellschaft von groovenden Szene-VIPs, TV-Promis, Hipsters, Yuppies, Kultis, Studis und Touris trifft. Bereits Ende 1998 war in der Spandauer Vorstadt für bis dato 162 Millionen Euro rund die Hälfte der Altbauten saniert, wobei auf den wiederhergestellten Häusern in dieser herausragenden Wohnlage und Touristenzone Nr. 1 ein gewaltiger finanzieller Verwertungsdruck lastet. Bei einer in etwa gleich bleibenden Bevölkerungszahl wechselte in den letzten Jahren über ein Drittel der Einwohner.
Und weil kein Gemüsehändler eine Pacht wie ein deutschlandweit führendes Anwaltsbüro zahlen kann, findet man in der Spandauer Vorstadt kaum noch einen Lebensmittelladen, aber stattdessen eine gewaltige Konzentration von Kneipen und Restaurants. Anfang des dritten Jahrtausends wurden in nicht einmal zwei Dutzend Straßen rund 140 Gaststätten mit knapp 7000 Sitzplätzen gezählt, womit inzwischen fast jeder der ca. 7300 Einwohner der Spandauer Vorstadt seinen eigenen Thekenplatz hat.
Dies ist ein Auszug aus dem Buch:
Berlin
Über 120 Fotos, 26 Seiten Stadtatlas, Register, Griffmarken, 360 Seiten weitere Informationen ->
7. Auflage 2008
12.80 Euro
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